CMDG

MDGs


7. Ökologische Nachhaltigkeit

Unterziele
• Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in der Politik und den Programmen der einzelnen Staaten verankern und die Vernichtung von Umweltressourcen eindämmen.
• Den Verlust der Biodiversität verringern, bis 2010 eine signifikante Drosselung der Verlustrate erreichen.
• Bis 2015 Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser (von 65 Prozent auf 32 Prozent)
• Bis 2020 eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern und -bewohnerinnen bewirken.

Kurzüberblick
• Etwa 1,7 Milliarden Menschen haben seit 1990 Zugang zu sicheres Trinkwasser erhalten. Bei dieser Geschwindigkeit wird erwartet, dass die Welt das Millenniumsziel zu Trinkwasser erreichen wird. Allerdings hat ungefähr eine Milliarde Menschen immer noch keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und 2,5 Milliarden haben keinen Zugang zu grundlegenden sanitären Einrichtungen.
• Gegenwärtig arbeiten nur 22 Prozent der Fischereibetriebe weltweit nachhaltig, verglichen mit 40 Prozent im Jahr 1975. Trotz ihrer Bedeutung für die Nachhaltigkeit von Fischbeständen und als Lebensgrundlage an den Küsten wurden nur 0,7 Prozent der Weltmeere unter Schutz gestellt.
• Etwa 2,4 Milliarden Menschen leben ohne Zugang zu modernen Koch- und Heizvorrichtungen. 1,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität.

Aktuelle Situation
Der Klimawandel verstärkt Katastrophen wie extreme Wetterereignisse und führt zu einer Zunahme von Stürmen, Fluten und Dürren. Es ist lebenswichtig, die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaft zu stärken. Dies kann durch wirtschaftliche Entwicklung, Einkommensdiversifizierung, Stärkung der natürlichen/infrastrukturellen Abwehr und Katastrophenbereitschaft geschehen. Keine Region kann den negativen Auswirkungen des Klimawandels entkommen. Allerdings scheinen die Arktis, kleine Inseln, große Flussmündungen in Asien und Afrika und der afrikanische Kontinent besonders verletzlich zu sein, da sie entweder den Auswirkungen des Klimawandels in höherem Maße ausgesetzt sind oder ihre Bevölkerung nur begrenzt in der Lage ist, sich den Konsequenzen anzupassen bzw. beides davon auf sie zutrifft.

Der Wasserverbrauch ist im letzten Jahrhundert doppelt so schnell wie die Bevölkerungszahlen gestiegen. Obwohl Wasser weltweit noch nicht knapp geworden ist, wohnen bereits etwa 2,8 Milliarden Menschen – und damit über 40 Prozent der Weltbevölkerung – in Flussgebieten, die von Wassermangel betroffen sind. Über 1,2 Milliarden von ihnen leben unter Bedingungen physischer Wasserknappheit. Diese existiert, wenn über 75 Prozent der Flussströmung zurückgegangen ist. Weil Frauen normalerweise verantwortlich für das Sammeln und Organisieren des Wasservorrats für ihre Haushalte sind, sind sie es, die in vielen Regionen von diesem Mangel an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen betroffen sind.

Aktuelle Trends deuten darauf hin, dass die Welt im Durchschnitt zwar das Ziel erreichen wird, den Anteil der Bevölkerung ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser zu halbieren. Das Ziel bezüglich des Zugangs zu sanitären Einrichtungen wird allerdings nicht erreicht werden. Der Anteil der Menschen, die verbesserte Trinkwasserquellen nutzen, liegt in Afrika südlich der Sahara lediglich bei 58 Prozent. Er ist in Ostasien (88 Prozent), Westasien (90 Prozent) und Nordafrika (92 Prozent) viel höher. Es existieren große Unterschiede beim Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen, wobei das südliche Afrika und Südasien noch weit zurück liegen.

Es wird geschätzt, dass es mindestens zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten wird, um die Lücke zwischen den aktuellen Entwicklungen und den eigentlichen Vorgaben zu schließen, um das Millenniumsziel 7 zu Wasser und sanitären Einrichtungen durch den Einsatz von preiswerten, nachhaltigen Technologien zu erreichen.

Durch vermehrte Aufforstung, der Wiederherstellung von Landschaften und dem natürlichen Wachstum des Waldes ist die Abholzung von ungefähr 13 Millionen Hektar pro Jahr um 7,3 Millionen Hektar Waldfläche pro Jahr in der Zeit von 2000 bis 2005 zurückgegangen im Vergleich mit den 8,9 Millionen Hektar jährlich in dem Jahrzehnt davor. Am schnellsten ist die Abholzungsrate in den Regionen der Welt mit der größten biologischen Vielfalt und den Ökosystemen mit lange gewachsenem Wald gestiegen. Dazu gehören Südostasien, Ozeanien, Lateinamerika und das südliche Afrika.

Immer mehr Fischbestände werden überfischt. Das bedroht eine der wichtigsten Nahrungsquellen tierischen Proteins für Milliarden Menschen. Die Überfischung und schlecht regulierter Zugang zu Fischbeständen haben das Problem verschlimmert.

Der Mangel an erschwinglichem Zugang zu einer sauberen, modernen Energieversorgung ist weit verbreitet. In vielen Entwicklungsländern sind Frauen die Hauptnutzer und –anbieter von Energiequellen wie Holz, Dung und landwirtschaftlichen Rückständen. Frauen und Kinder sind außerdem am meisten von Atemwegserkrankungen durch die Nutzung fester Brennstoffen betroffen.

Selbst wenn das Ziel erreicht werden würde, die Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern bis 2020 zu verbessern, repräsentiert diese Zahl nur zehn Prozent der geschätzten Anzahl von Slumbewohnern weltweit. Diese Zahl wird sich – an der momentanen Geschwindigkeit gemessen – voraussichtlich auf drei Milliarden im Jahr 2050 verdreifachen.

Quelle: UN MDG Report 2008