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4. Senkung der Kindersterblichkeit

Unterziel
Zwischen 1990 und 2015 Senkung der Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel.

Kurzüberblick
• Weltweit ist die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2006 von 93 auf 72 Todesfälle auf 1000 Lebendgeburten gesunken.
• Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind, das in einem Entwicklungsland zur Welt kommt, innerhalb der ersten fünf Lebensjahre stirbt, ist über 13 Mal höher als in einem Industrieland. Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren, die weltweit sterben, kommen aus Afrika südlich der Sahara.
• Zwischen 1990 und 2006 haben etwa 27 Länder – die Mehrzahl davon in Afrika südlich der Sahara – keine Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit gemacht.

Aktuelle Situation
Zum ersten Mal seitdem Daten über Sterblichkeit gesammelt werden, ist die Zahl der Kinder, die jährlich sterben, im Jahr 2006 unter die 10 Millionen-Grenze auf 9,7 Millionen gesunken. Somit ist die Sterblichkeitsrate seit 1960 um 60 Prozent gesunken.

Trotzdem sterben jährlich Millionen von Kindern an Krankheiten, denen vorgebeugt werden kann, wie Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen, Malaria und Masern.

Trotz einiger Fortschritte sinkt die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren in 62 Ländern nicht schnell genug, um das Milleniumsziel 4, nämlich die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren bis 2015 um zwei Drittel zu senken, zu erreichen. In 27 Ländern stagniert die Rate oder steigt sogar an. In vielen Ländern führt Unterernährung und ein Mangel an qualitativer, grundlegender Gesundheitsversorgung und elementarer Infrastruktur, wie z.B. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, zu Krankheiten und Todesfällen bei Kindern und Müttern.

Fortschritte auf diesem Gebiet wurden von Region zu Region und von Land zu Land unterschiedlich schnell gemacht. In Afrika südlich der Sahara leben ein Fünftel aller Kinder unter fünf Jahren weltweit –allerdings sterben in dieser Region auch die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren, die in Entwicklungsländern weltweit sterben. In Ostasien, Lateinamerika und der Karibik ist die Sterblichkeitsrate bei Kindern etwa vier Mal höher als in Industrieregionen. Unterschiede bestehen allerdings zwischen allen Regionen: Die Sterblichkeitsrate ist bei Kindern höher, die aus ländlichen Gegenden und aus armen Familien kommen und deren Mütter keine ausreichende Grundausbildung haben.

Es wird angenommen, dass die Todesursache von mehr als zwei Drittel aller Kinder unter fünf Jahren, die jährlich sterben, Mangelernährung ist. Mangelernährung bei Kindern ist langsam gesunken – der Anteil der Kinder unter fünf Jahren, die unterernährt sind, ist von 33 Prozent im Jahr 1990 auf 26 Prozent im Jahr 2006 gesunken. Trotzdem lag die Zahl der untergewichtigen Kinder in Entwicklungsländern im Jahr 2006 immer noch bei über 140 Millionen.

37 Prozent aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren ereignen sich im ersten Lebensmonat. Verbesserte Versorgung von Neugeborenen und Müttern könnte unzähligen Neugeborenen das Leben retten.

Die öffentliche Entwicklungshilfe für die Fürsorge von Müttern, Neugeborenen und Kindern wurde von 2,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2003 auf 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 angehoben – allerdings ist dies nicht ausreichend, um die relevanten Millennium Entwicklungsziele zu erreichen.

Quelle: UN MDG Report 2008