3. Gleichstellung der Geschlechter
Unterziele
• Beseitigung der Geschlechtergefälle in der Primar- und Sekundarschulbildung, möglichst bis 2005.
• Beseitigung jeglicher Diskriminierung auf allen Bildungsstufen bis 2015.
Kurzüberblick
• Von den 113 Ländern, die im Jahr 2005 keine Geschlechtergerechtigkeit bei der Anmeldung an Grund- und weiterführenden Schulen erreicht haben, werden wahrscheinlich nur 18 dieses Ziel bis 2015 erreichen.
• 55 Prozent der Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind Mädchen.
• Seit 2000 ist der Anteil der Frauen in Parlamenten von 13,5 auf nur 17,9 Prozent gestiegen. In 20 Ländern haben Frauen mehr als 30 Prozent der Parlamentssitze inne, jedoch ist darunter kein asiatisches Land.
Aktuelle Situation
Die Schultore haben sich in fast allen Regionen für Mädchen geöffnet, da viele Länder Frauenbildung – als Teil ihrer Gesamtanstrengungen für mehr Schulanmeldungen – erfolgreich unterstützt haben. Die Anmeldungen von Mädchen erhöhten sich von 2000 bis 2006 in allen Entwicklungsregionen stärker als die der Jungen. So haben zwei von drei Ländern Geschlechtergleichheit bei den Anmeldezahlen an den Grundschulen erreicht.
Während manche Fortschritte sichtbar sind, besonders in der Einschulung in der Primärstufe, existieren jedoch in einigen Regionen weiterhin große Unterschiede in der Ausbildung. Afrika südlich der Sahara, Ozeanien und Westasien weisen die größten geschlechtsspezifischen Ungleichheiten bei der Anmeldung an Grundschulen auf. Werden auch in den nächsten Jahren im aktuellen Tempo Fortschritte erzielt, bleibt das Ziel 3 deutlich unerreicht: Es sollten zunächst Geschlechterunterschiede in der Primär- sowie der Sekundarstufe aufgehoben werden und bis 2015 dann in allen Stufen der Ausbildung.
Fehlender Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen hat starke Auswirkungen für Frauen und Mädchen. In vielen Teilen der Welt sind sie dazu gezwungen, den Grossteil ihres Tages dazu zu verwenden, Wasser zu holen. Auch besuchen Kinder, vor allem Mädchen, häufig nicht die Schule, da es dort an separierten und geeigneten Sanitäranlagen fehlt.
Frauen haben mehr Möglichkeiten Geld zu verdienen als jemals zuvor. Allgemein haben Frauen fast 40 Prozent aller bezahlten Arbeitsplätze außerhalb des Agrarsektors inne. Im Jahr 1990 waren es nur 35 Prozent. Allerdings arbeiten zwei Drittel der Frauen in den Entwicklungsländern in gefährdeten Jobs als Selbstständige oder unbezahlt für die Familie. In Südasien und Afrika südlich der Sahara gilt dies für 80 Prozent aller weiblichen Berufstätigen.
In fünf Parlamenten stellen Frauen mindestens 40 Prozent der Abgeordneten: Ruanda (48,8 Prozent), Schweden (47 Prozent), Kuba (43,2 Prozent), Finnland (41,5 Prozent) und Argentinien (40 Prozent). In einem Drittel aller Länder sind weniger als 10 Prozent der Abgeordneten Frauen. Trotz größerer Teilhabe am Parlament sind Frauen in den höchsten Regierungsämtern kaum zu finden. Im Januar 2008 waren nur sieben der 150 gewählten Staatsoberhäupter und acht der 192 Regierungschefs der UNO-Mitgliedstaaten Frauen.
Trotz einiger Erfolge bleibt Gewalt gegen Frauen eine Hürde für das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele. Studien zeigen, dass Vorfälle geschlechtsspezifischer Gewalt in armen Haushalten zu einem um 25 bis 30 Prozent geringeren Haushaltseinkommen führen können.
Quelle: UN MDG Report 2008
