CMDG

MDGs


2. Primarschulbildung für alle

Unterziel
Alle Kinder sollen bis 2015 eine Grundschule vollständig abschliessen können.

Kurzübersicht
• Weltweit gehen 570 Millionen Kinder zur Schule. Die Zahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, fiel von 103 Millionen im Jahr 1999 auf 73 Millionen im Jahr 2006. In diesem Jahr besuchten 88 Prozent die Grundschule im Vergleich zu 83 Prozent im Jahr 2000.
• Im Afrika südlich der Sahara liegt der Anteil an eingeschulten Kindern nur bei 71 Prozent, trotz eines erheblichen Anstiegs seit 2000. Etwa 38 Millionen Kinder in dieser Region gehen immer noch nicht zur Schule.
• In Südasien sind über 90 Prozent der Kinder eingeschult. Jedoch besuchen damit immer noch 18 Millionen Kinder des entsprechenden Alters keine Grundschule.

Aktueller Stand
In allen Regionen existieren Ungleichheiten beim Zugang zu Bildung. Das ist eine große Hürde zum Erreichen des Millennium Entwicklungsziels 2 bis 2015. Es soll gesichert werden, dass Kinder überall, egal ob Jungen oder Mädchen, die Grundschule abschließen können.

Vorhersagen zeigen, dass ohne einen weiteren Anstieg der Bemühungen 58 der 86 Länder, die bisher keine Grundschulbildung für alle erreicht haben, dies auch bis 2015 nicht schaffen werden. Ungleiche Zugangschancen zu Bildung sind in allen Regionen ein Haupthindernis zum Erreichen des Millennium Entwicklungsziels 2. Kinder, die die Schule abbrechen oder gar nicht erst beginnen, sind oft Mädchen, Kinder aus armen Haushalten oder vom Land. So zeigen aktuelle Schätzungen, dass in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer 25 Prozent der Kinder nicht zur Grundschule gehen, während es in Städten nur 16 Prozent sind.

Grundschulbildung für alle zu erreichen bedeutet aber mehr als vollständige Anmeldezahlen an den Schulen. Dazu gehört auch qualitativ hochwertige Ausbildung. Das bedeutet, dass Kinder die regelmäßig zur Schule gehen, grundlegende Lese- und Rechenfähigkeiten entwickeln und die Schule in der vorgesehenen Zeit abschließen. Im Afrika südlich der Sahara beispielsweise besuchen erheblich mehr Kinder im Sekundarschulalter eine Grundschule anstatt einer weiterführenden Schule.

Damit Kinder ihr volles Potenzial erreichen und die Länder sich entwickeln können, müssen die Erfolge bei der Grundschulbildung auch auf die Sekundarstufe übertragen werden. Aktuell besuchen in den Entwicklungsländern nur 55 Prozent der Kinder in dem entsprechenden Alter eine weiterführende Schule. In Ozeanien beispielsweise besuchen zwei Drittel der Kinder im entsprechenden Alter keine Sekundarschule. In Afrika südlich der Sahara sind es sogar drei Viertel.

Die Hilfszahlungen, die für grundlegende Ausbildung in Ländern mit geringem Einkommen gedacht sind, haben von 1,6 Milliarden im Jahr 1999 auf fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 zugenommen. Dennoch ist dies deutlich unter den geschätzten 11 Milliarden US-Dollar Hilfszahlungen, die jährlich nötig sind, um bis 2015 Grundschulbildung für alle zu erreichen.

Quelle: UN MDG Report 2008