CMDG

MDGs


Millennium-Entwicklungsziele Bericht 2009: Die Wirtschaftskrise gefährdet Erfolge der MDGs

Als ob Nahrungsmittel-, Energie- und Umweltkrisen nicht bereits genug wären, stellt die weltweite Wirtschaftskrise eine weitere ernsthafte Gefahr für die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) bis 2015 dar. Der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon spricht im Vorwort des diesjährigen Berichts über den Stand der acht MDGs, die im Jahr 2000 von der Staatengemeinschaft beschlossen wurden, deutliche Worte:

„The global community cannot turn its back on the poor and the vulnerable. We must strengthen global cooperation and solidarity, and redouble our efforts to reach the MDGs and advance the broader development agenda. Nothing less than the viability of our planet and the future of humanity are at stake. I urge policymakers and all stakeholders to heed the message of this valuable and timely report.”

Erfolgreiche Projekte zeigen, dass eine wirksame Entwicklungshilfe möglich ist, sofern politischer Wille und genügende Finanzierung diese gewährleisten. In vielen Ländern sind einige gute Resultate erreicht worden, beispielsweise in der Schulbildung oder in der Bekämpfung von AIDS, Masern und Malaria, die zu den Hauptursachen der Kindersterblichkeit gehören. Doch nun erleiden die seit den 1990er Jahren gemachten positiven Entwicklungen herbe Rückschläge. Weit entfernt ist die Weltgemeinschaft von MDG 1: Bis 2015 sollte die Zahl der in Armut lebenden und an Hunger leidenden Menschen weltweit halbiert werden. Schon vor der Krise mussten rund 1,4 Milliarden Menschen mit weniger als $1,25 pro Tag auskommen. In diesem Jahr werden schätzungsweise zwischen 55 und 90 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut getrieben. Vorwiegend aufgrund der hohen Nahrungsmittelpreise leiden 18 Prozent (2008) der Weltbevölkerung an Hunger. Millionen von Menschen haben ihre Arbeitsplätze verloren.
Nicht überraschend sind die Kinder stark betroffen. Mehr als ein Viertel der Kinder in Entwicklungsländern sind untergewichtig. Die geringen Fortschritte, die zwischen 1990 und 2007 bei der Kinderernährung gemacht wurden, reichen nicht aus, um das Ziel bis 2015 zu erreichen. Mit der Wirtschaftskrise und hohen Lebensmittelpreise verschärft sich die Lage zusehends.

Aufgrund der Wirtschaftskrise sind die finanziellen Kapazitäten der Entwicklungsländer noch weiter beschränkt. Die Einnahmen sinken, während die Ausgaben ansteigen. Ban Ki-moon ermahnt die reichen Länder, ihre gemachten Versprechen einzulösen. So hätten sich die G-8 und G-20 dazu verpflichtet, mehr Finanzhilfe und technische Unterstützung für die Entwicklungsländer bereitzustellen. Weiter fordert Ban Ki-moon die internationale Staatengemeinschaft auf, sich am diesjährigen Klimagipfel in Kopenhagen auf dringend notwendige Klimaschutzmassnahmen zu einigen.

Der Bericht wurde am 6. Juli 2009 in Genf vorgestellt. Er gilt als die zurzeit umfassendste globale Bewertung der Millennium-Entwicklungsziele. Als Grundlage dienten die Daten von mehr als 20 Organisationen in -und ausserhalb der Vereinten Nationen.
Zum MDG-Report 2009


MDG-Monitor – detaillierte Informationen zum Stand der MDGs in den einzelnen Ländern und Regionen:
MDG-Monitor

United Nations Statistics Division – Die Indikatoren der Millennium Development Goals:
MDG Indikatoren

World Bank – ein Projekt in Zusammenarbeit der Data Development Group und der World Bank mit detailierter Information über den Stand der einzelnen MDGs.
World Bank